Bears on Tour

Lubieszewo – Lipa (1077 km m.d.M.)

Jannis Stoppe:

Arsch der Heide zum Busen der Natur

Nach einem anstrengenden Tag gestern und einer langen Nacht (weil wir wegen der Mücken alle frühzeitig ins Zelt geflüchtet sind) geht es also wieder auf die Kuh. Zuerst ganz ruhig auf die Fähre von dem wundervollen Inselzeltplatz wieder auf das Festland, dann lange über relativ gut ausgebaute Straßen in Richtung Norden. Das soll das Reiseerlebnis selbst nicht kleinreden… Polen ist einfach schön. Die Straßen schlängeln sich durch Kiefernwälder, die monumental zu beiden Seiten der Straße wachsen oder Dörfer, in denen einem die Leute von alten Treckern oder aus neuen Kinderwagen noch fröhlich zuwinken.
Marek versucht zu helfen…

Marek versucht zu helfen…

Der schönen Bilder halber soll es aber auch heute noch einmal in den Wald gehen: Petz kennt einen schönen Aussichtsturm, von dem man hoffentlich schicke Bilder schießen kann, auf denen wir durch die Waldwege pflügen. Also, nach einer Stärkung in Swornegaciec, wo es leckere Piroggen gab, wieder von der Straße. Durch den Wald in Richtung Aussichtsturm.

Schon der Weg zum Wald ist aber versperrt… Scheinbar von Kühen, tatsächlich aber von einer neuen Weide (auf der Kühe sind). Also zurück.

Und ab dem Punkt ist der Wurm in der Tour. Schon der Weg zurück zur Hauptstraße lässt uns alle durch den tiefen Sand schwimmen, bis ich mich schließlich in einer Kurve aus Sand langmache. Wieder auf den rechten Koffer, der wieder abreißt… meine Konstruktion aus Spanngurten hält allerdings. Ein netter Bauer, nennen wir ihn Marek (weil wir bei all dem Stress vergessen haben nach seinem Namen zu fragen), kommt und hilft uns, den Bock wieder aufzurichten und erzählt uns gleich noch, dass wir gerade an der alten (also Vorkriegs-) Grenze stehen. Kaum wieder auf der Kuh geht es weiter in die nächste Sandkuhle, ab auf die linke Seite. Marek kommt gleich hinterhergerannt, hilft uns nochmal, dieses mal mit einer Hand voll Kabelbindern, um die Koffer wieder zu fixieren. Und weiter… Zum Glück kommt nach zwei Kurven schon die nächste asphaltierte Straße. Aber die erreichen nur Petz und ich. Malte ist unter seinem Motorrad eingeklemmt.

Nachdem wir endlich wieder auf der Straße sind, geht es, laut Patrick, „nur noch über Schotter“ um doch noch zum Aussichtsturm zu kommen.
Kurzer polnischer Snack

Kurzer polnischer Snack

Um es kurz zu machen: den Aussichtsturm haben wir nie gefunden, sind dafür aber durch jede Menge Sand und andere Unwegsamkeiten und bei einem weiteren Sturz hat es meinen linken Kofferhalter auch an der vorderen Seite abgerissen, so dass er jetzt gar keine Verbindung zum Motorrad mehr hat, sondern nur noch von den Spanngurten gehalten wird.

Müde und erschlagen sind wir dann endlich – abends um halb 8 – am Zeltplatz und freuen uns auf ein kühles Bier und ein oder zwei Würste vom Grill. Aber der Platz ist angeblich voll bis unter die Dachluke und wir werden nicht reingelassen.
Traumhafter See

Traumhafter See

Anstatt den nächsten Campingplatz (weiß der Teufel wie weit weg) anzupeilen, fahren wir also ein paar hunder Meter wieder zurück und campen jetzt wild an einem See. Vor dem Haus von einem freundlichen Holländer, der Patrick einen Polen nennt und ihn fragt, wie man so dumm sein kann, vor einem See nach einer Dusche zu fragen.

Ist ja auch mal was.

Und weil es hier am See jetzt Gegrilltes gibt, höre ich jetzt auf und esse ein wenig Kielbasa.








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