Road to Albania / Straße nach Albanien TRAILER ansehen

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Nur noch kurze Tage bis zum Release unseres neuen Films „Straße nach Albanien“. Um die Zeit bis dahin zu verkürzen, gibt es heute für euch den neuen Trailer. Wir hoffen, er gefällt euch!
Bleibt SauBär!

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Kołczewo – Bremen (2101 km m.d.M.)

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Malte Haui:

Das wars schon wieder. Auf der Autobahn ziehen Wohnwagen und Schwerlaster an mir vorbei und die Kuh zieht mit 130km/h gen Norddeutschland. Ehrlich gesagt hasse ich diese Etappen, manchmal lassen sie sich aber schlecht vermeiden.

Extra früh auf den Beinen, um noch einmal in die Fluten der Ostsee zu springen, lud mein Akku randvoll für diesen anstrengenden Tag. Wir kamen schlecht los, weil der Campingplatz (ausgerechnet dieser eine, touristische mit Disco und Spielhalle) keine Plastikkarten bei der Bezahlung akzeptiert. Natürlich versagten uns daraufhin zwei weitere ATMs spontan den Dienst und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir unseren dritten Mann an der Rezeption auslösen konnten. Das Zusammenpacken war schleppend – die Tour hing im Nacken und natürlich auch die Trauer über das viel zu frühe Ende. Dennoch blicke ich auf 8 Tage voller Abenteuer zurück, die manch einer wohl nicht mal in drei Wochen erlebt. Allen voran unsere Ausflüge durch das kaschubische Unterholz. Durch Wälder, an Seen vorbei, mitten im Wald oder entlang unendlicher Felder fuhren uns die Boxer treu und zuverlässig kreuz und quer hindurch dem polnischen Hinterland. Ein Hoch auf die 2-Zylinder, ein Hoch auf das Nomadenleben und ein Hoch auf uns.

Freut euch auf viele weitere Bilder die kommenden Wochen und natürlich den Film „Abenteuer in der Kaschubei“!

Bleibt sauBär!






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Zawory – Kołczewo (1605 km m.d.M.)

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Jannis Stoppe:

Raus aus den Synthetikfedern und ab auf den Kardanesel: der vorletzte Tag der Tour ruft. Nach der Etappe gestern soll es heute vor allem auf den Straßen vorangehen, der untergehenden Sonne entgegen in Richtung der deutsch-polnischen Grenze. So sieht's aus, der Heimweg wird angetreten. Weil wir im Lauf der letzten Tage immer weiter Richtung Nordosten gedriftet sind, wird der Rückweg auf zwei Tage geteilt.

Um zwanzig nach zehn fahren wir vom Platz und kommen gut durch. Die polnische Landschaft, insbesondere die Seenplatte ist immer noch schön anzusehen. Als wir Mittagspause in einem kleinen Restaurant machen, fängt es an zu regnen, aber dank eines gnädigen Petrus' und einer Bedienung, die netterweise keinen Stress in unseren Urlaub bringen wollte, war der Schauer nach einer Portion Pirogen oder Bigos auch schon wieder vorbei.

Gegen halb sechs abends finden wir an der westlichen Grenze Polens einen Zeltplatz an der Ostsee, der uns nicht wegschickt, die Zelte werden routiniert aufgebaut, alle können einmal duschen und der kleine Campinggrill wird mit den letzten Kohlen in Gang gebracht. Kaum sind die ersten Kielbasa von einer Seite fast fertig, fängt es wieder an zu schütten. Macht den Profibären aber nichts, im Regen grillt es sich doch gleich noch viel abenteuerlicher. Auch ein bisschen kälter und nasser, zugegebenermaßen. Aber auf jeden Fall auch abenteuerlicher. Und dass wir nicht einfach später den Grill nochmal angemacht haben, hatte auch nichts mit dem Mangel an Kohlen zu tun, sondern ausschließlich mit unserer über jeden Zweifel erhabenen Wetterfestig-, Männlich- und Naturzugehörigkeit.

Danach geht es noch einmal an den Ostseestrand. Der hat so laut nach uns gerufen, wir mussten aus reiner Empathie noch einmal vorbeischauen. Die Ostsee ist einfach wundervoll warm an den zerstochenen Füßen, der Sonnenuntergang wundervoll warm zu der baumelnden Seele.

Danach ab ins Bett. Also ab ins Zelt auf die Isomatte. Die touristisch erschlossene Gegend besticht nicht nur durch die rufende Ostsee, sondern auch durch mehrere
campingplatzeignene Diskotheken, deren Bass Drums durch die Pinien hallen. Aber zum Glück bin zumindest ich mit In-ear-kopfhörern ausgestattet, die nicht nur die Clubmusik dämpfen, sondern bei Bedarf auch brauchbare Musik einstreuen können.

Und weil die Tour fast zu Ende ist, darf ich da
s große Tourrätsel ankündigen. Unter allen richtigen Antworten wird eine wundervolle kleine, nahezu authentische Statue aus der Kaschubei verlost. Die Frage dieses Jahr ist: was haben Donald Tusk und Günther Gras gemeinsam?
Schreibt uns hier, per Whatsapp, SMS, ruft an oder emailt…. viel Erfolg!!





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Zawory – Golubie – Zawory (1359 km m.d.M.)

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Patrick Lis:

Während der gestrige Tag, und der davor, ganz im Zeichen der Entspannung stand, was auch nicht verkehrt ist, zog es uns heute wieder abseits der Straße. Auf dem Programm stand die letzte Enduro-Wanderung!

Schnell waren Helm und Stiefel übergezogen, so dass die Reifen nach wenigen Kilometern mit Dreck in Kontakt kommen.

Auf uns warten feine Trassen durch den Wald! Einmal um das Dörfchen Zawory umzu und zurück. Zügig geht es voran, im Gegensatz zu den vorherigen Etappen ist das Erdreich deutlich fester und angenehmer zu fahren. Sichtlich entspannter ist auch Jannis unterwegs, der wie Malte und ich die Koffer auf dem Zeltplatz in Zawory ließ. Kontrolliertes Ausbrechen des Hecks und gekonnte Bremsmanöver hinterlassen immer wieder ein breites Grinsen in unseren Gesichtern.

Kurz vor Ende der Trasse, das Navi zeigt noch knappe 10 km Restweg an, verdunkelt sich der Himmel schlagartig. Wind zieht auf, es wird ungemütlich. Noch bevor wir das weitere Vorgehen besprechen können, werden wir vom einsetzenden Regen überrascht und können uns gerade noch so auf den Parkplatz eines Supermarktes retten. Die unfreiwillige Pause nutzen wir für ein paar Einkäufe und entscheiden uns notgedrungen abzubrechen und zum Zeltplatz zurückzukehren. Schade, die letzten Wege abseits befestigter Straßen hätten wir noch gern mitgenommen.






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Sopot – Zawory ( 1304 km m.d.M.)

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Jannis Stoppe:

Morgens aus den Federn, kein anderer ist wach… also habe ich massig Zeit, verzweifelt die Kontaktlinsen (die ich mir in Sopot geholt habe, nachdem ich meine Brille an die polnische Landschaft verloren habe) irgendwie in meine Augen zu drücken. Und um es euch wissen zu lassen: ich habe keine Dreiviertelstunde gebraucht und dabei nur zwei Stück in den Dreck geschmissen – und Petz musste (anders als gestern beim Linsendebut) auch nicht mehr assistieren. Ein stolzer Bub konnte danach auf die Gummikuh.
Dann los, eine angenehme Tour zurück nach Kaschubistan. Das Navi veranschlagt gut 50 km und 70 Minuten. Kein Offroad, dennoch schöne Landschaften. Ich freue mich drauf. Also auf den Bock und los und Stau und Stau und Stau und Stau und Stau. Und Stau. Die Landschaft verliert natürlich nicht an Schönheit, aber der Motor wärmt gut von unten und das Tempo unterhalb von „erster Gang im Standgas“ ist auf Dauer nicht wirklich angenehm in der linken Kupplungshand.
Der Campingplatz entlohnt aber letzten Endes auf ganzer Linie. Ein See, in den gesprungen werden kann, genug Platz für ein kleines Zeltrondell mit Sitzkreis in der Mitte, warme Duschen, eine malerische Landschaft drumrum. Fantastisch. Und heute ausnahmsweise auch ein wenig Zeit das Ganze zu genießen: Ankunft war gegen 14:00 Uhr, dann gab es erstmal Pirogen und eine Abkühlung, Malte konnte Petz noch helfen sein Abblendlicht wieder anzukriegen und aktuell bereiten wir ein Abendbrot aus Grillgut und Keksen von Patricks Oma zum Nachtisch vor. Um den Tag in vier Worten zusammenzufassen: Entspannung auf ganzer Linie.





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Sopot – Danzig – Sopot (1245 km m.d.M.)

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Malte Haui:

Ich staune ganz schön als ich die Bilder von vor 70 Jahren am Eingangstor zur Altstadt betrachte. Danzig hat eine lange Geschichte und die ist auch von vielen traurigen und dunklen Phasen geprägt. Das Nazi-Regime und der russische Vormarsch haben das Bouquet von Backsteintürmen, herrlichen Fassaden und kleinen Gassen fast vollständig dem Erdboden gleichgemacht.

Nun, zu Beginn des neuen Jahrtausends blüht die Stadt jedoch erneut und erstrahlt in vielen Ecken neu und malerisch. Wie es so ist mit schönen Flecken auf der Erde, neigen solche Orte zur touristischen Überfütterung – da dies aber zeitgleich Nahrungsquelle der ehemals freien Stadt darstellt, bleibt es ein kleines Übel, das uns das Flanieren und Entdecken nicht allzu sehr schmälert.

Meine beiden Mitstreiter, deutlich mehr von nächtlichen Pivo-Strapazen gekennzeichnet als ich, gönnen sich eine kalte Pepsi an der Promenade, während ich ein paar Souvenirshops durchstöbere. Auch Petz, der schon oft die Stadt besuchte, ist erstaunt über die enorme Veränderung der letzten Jahre. Überall wird gebaut und investiert.

Die Rückfahrt geschieht auf einer Passagierfähre auf der Ostsee und lädt uns erneut in Sopot am Strand ab, nicht weit von unserer Lagerstätte. Ich mag diese "Off-days" ohne Motorrad und viel Kultur. Sie laden den Akku, schützen vor Reisemüdigkeit und machen Vorfreude auf den Sattel, der uns morgen zurück in das Herz der Kaschubei bringt.






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