Bears on Tour

Radio BEARcast!1

getrennt zusammen

Tja Leudde. Ganz Deutschland… bzw. die halbe Welt ist in die eigene Wohnung gekettet. All diese Umstände sind echt dramatisch bedrückend und echt schlimm. Was können wir als eure BEARS machen, um euch den Alltag ein wenig netter zu gestalten? Wir können können uns z.B. über das Internet „treffen“ und euch ein Maximum an Unterhaltung anbieten. Verzeiht bidde die noch (!) dramatisch schlimme Soundqualität, wir arbeiten dran und schon in Folge zwei können wir euch sicherlich ne schickere Stimme anbieten. Wenn alles klappt, kriegen wir das in Folge 2 sogar mit Video hin… wie geil wäre das?!
Lasst uns eure Kommentare da, am liebsten per Voicemessage. Alle Infos und den Poddi unter Bearcast.de

Lasst uns zusammenhalten und ein bisschen quatschen und natürlich lachen. Ihr hört RADIO BEARCAST.  

2 Antworten auf Radio BEARcast!1

  • Hallo Bärchens,
    schöner Poddi – mal wieder! 🙂
    Ich bin selber (noch) nicht im Homeoffice und habe mich aber natürlich auch schon gefragt, ob ich nicht einfach mit dem Mopped zur Firma fahre. Dafür sprach das geile Wetter und dass die Mopete seit dem 1.3. endlich wieder im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden darf. Dagegen sprach auch der Gedanke: „Wenn du dich hinlegst und ins Krankenhaus musst, dann ist doppelt kacke.“ Zum einen blockiere ich evtl. ein Bett und personelle Kapazitäten, die jemand, der sich nicht vor dem Virus schützen konnte, dringend braucht. Zum anderen ist die Gefahr, dass ich mich dort vielleicht anstecke, höher – zumindest in meiner Vorstellung.
    Ich hab’s dann gelassen, weil ich einfach mal wieder viel zu nett und gutmütig bin. Und es war morgens auch einfach arschkalt. Und aber auch, weil ich tatsächlich festgestellt habe, dass durch den Verkehr, der deutlich abgenommen hat, die LKWs auf meiner Route durch den Hamburger Hafen noch ein Stück weit unberechenbarer geworden sind bei ihren Spurwechseln. Tote Winkel bei LKWs sind riesig, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Das lässt mich doppelt vorsichtig werden.

    Vor 2 Wochen bin ich mit meiner Sozia auch tatsächlich noch eine Runde unterwegs gewesen. An den Treffpunkten war gut was los, obwohl es so langsam losging mit Covid-19 in Europa. Aber man hat es noch nicht so ganz realisiert, bzw. war es vielleicht noch „zu weit weg“ und nicht greifbar.

    Jetzt die letzten zwei Wochen über habe ich wenige Motorräder auf meinem Arbeitsweg gesehen. Aber gestern, als ich die aktuelle Folge vom Radio Bearcast auf dem Heimweg gehört habe, sind die ganze Zeit zwei wahrscheinlich recht junge Biker eine ganze Weile meinen Weg mitgefahren. Schön mit in den Begrenzer drehen, Wheelie und Stoppie an der Ampel. Eastpack-Rucksack auf, Daunenjacke mit Fellrand an der Kapuze, Sneaker – das volle Styler-Programm. Solches Zeug gibt es zwar auch als Schutzkleidung – aber die aufgemotzte Optik der Mopeten, der laute Auspuff und die auffälligen Helme mit verspiegeltem Visier sagten eher, dass das Taschengeld oder die Ausbildungsvergütung eher ins Mopped fließt. Ist ja auch okay, ich war auch mal so – jobben an der Tanke, damit ich das Spritgeld für den Monat habe und Holz hacken, um den Kredit bei Vaddern abzuarbeiten.
    Aber als die zwei Chaoten da um mich herumschwirrten, musste ich herzhaft lachen, als ihr anfingt, darüber zu diskutieren, ob es gerade Sinn macht oder gefährlicher als sonst sei, Motorrad zu fahren und dass ihr eher dazu tendiertet, das Mopped stehen zu lassen. Ich fühlte mich tatsächlich auch eher bestätigt von euch. Viele meiner Kollegen und auch externe berufliche Kontakte, denken genauso. (Ich habe beruflich mit dem Thema Motorradfahren zu tun.)

    Heute Nachmittag war es mal locker 10 Grad wärmer, als die letzten Tage, die ja auch schon schön waren.
    Es kamen mir Biker ohne Ende entgegen: Solisten, kleine Gruppen. Sportler, Chopper, Cruiser, Enduristen, Tourer – alles war dabei. Das Leben schien ganz normal, das fühlte sich irgendwie gut an.
    Dann beim Edeka das krasse Gegenteil: Menschen mit Mundschutz und Gummihandschuhen, Abstand von 2-3 Metern zu anderen, der auch vehement verbal eingefordert wurde. Totenstille, nichtmal die Musik, wie sonst üblich dudelte. Man wird grimmig angeguckt, wenn man kurz auflacht beim Lesen einer WhatApp-Nachricht. Grabesstimmung. Alter, war das gruselig!

    Ich bin noch immer dafür, das Motorrad stehen zu lassen und das Krankenhaussystem, das in den nächsten Wochen sicherlich auch noch an seine Grenzen kommen wird, nicht zusätzlich zu belasten, weil ich vielleicht einen Unfall hatte – aber eben auch mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch nicht. Aber wir sollten – und ich glaube, das ist es, was Fry ausdrücken wollte – respektieren, dass gerade Zitronenzeit ist, aber hin und wieder Limonade machen oder Salz und Tequila dazu nehmen. Und wenn mein einziges Hobby das Motorrad ist – dann fahr, wenn du es nicht mehr aushalten kannst, Junge!
    Jeder sollte sich der aktuellen Situation bewusst sein und Respekt für die Ängste und Sorgen der anderen Menschen um einen herum haben. Wir sollten aber nicht verurteilen – nicht den Hypochonder mit Mundschutz, nicht den Teenie beim Wheelie (okay, den eigentlich schon, weil das auch ohne Corona Scheiße ist im Straßenverkehr) und nicht die Leute, denen das Thema einfach auf den Sack geht, weil ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Wir sind alle Menschen mit individuellen Bedürfnissen und wir hatten bis vor wenigen Tagen einfach die Freiheit, diesen nachgehen zu dürfen, wenn wir es wollten/konnten. Und mit dem Einschnitt müssen wir alle erstmal lernen, umgehen zu können.

    … Ich glaube, ich habe den Faden verloren. Vielleicht melde ich mich, wenn ich ihn wiedergefunden habe.

    • …was für ein Kommentar Henning. Soviel wahres und richtiges MIT durchaus rotem Faden. Werden wir ausführlich nächste Woche im Radio BEARcast diskutieren und feedbacken. Vielen vielen Dank!
      Saubäre Grüße , haui

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